CRYPTIC BROOD + SKELETHAL (23.7.26)

Donnerstagabend in der Goldgrube Kassel und schon beim Reinkommen wieder dieses Gefühl, das mich in letzter Zeit öfter beschleicht: ziemlich leer. Früher hätte so ein Billing die Hütte wenigstens ordentlich gefüllt, aber ich habe den Eindruck, dass Death Metal aktuell einfach nicht mehr so zieht. Umso mehr schade, weil das, was an dem Abend auf der Bühne passiert ist, definitiv mehr Leute verdient gehabt hätte. Den Anfang machten Skelethal aus Frankreich. Ich hatte sie ja schon mal hier in der Grube gesehen, damals zusammen mit Outre-Tombe, mit denen sie auch ein Split veröffentlicht haben. Die letzte EP aus 2025 „Transmogrification“ gefällt mir sehr gut.  Ab der ersten Minute dieser schön fiese, kompromisslose Death Metal, der genau meinen Nerv trifft. Oldschool im besten Sinne, aber trotzdem nicht angestaubt. Die Gitarrenarbeit war für mich das absolute Highlight: technisch sauber bis ins Detail, aber gleichzeitig schön roh und dreckig. Genau diese Mischung, die ich brauche. Die Riffs haben sofort gezündet, die Leads saßen perfekt, und dieser leicht kalte, unheilvolle Vibe hat sich direkt durch den ganzen Raum gezogen. Ich stand relativ nah dran und hatte genau das, was ich mir von so einem Konzert erhoffe: kein unnötiges Gerede, keine Show-Spielchen – einfach spielen. Und zwar verdammt gut. Für mich persönlich mindestens genauso stark wie beim letzten Mal.

Danach kamen Cryptic Brood aus Wolfsburg. Steffen Brandes am Schlagzeug kannte ich noch von Repulsive Feast und da war er mir schon positiv aufgefallen. Zudem ist er auch als Kopf hinter dem Sick Feast in Wolfsburg zuständig. Das macht die ganze Sache für mich noch sympathischer, weil man merkt, dass da jemand richtig für die Szene brennt. Auch Dennis Butzke kannte ich schon von Arcane Frost und Smoke Weaver, entsprechend vertraut wirkte das Gesamtbild direkt. Mit Michael Lehner an der Gitarre haben sie das Line-up komplett gemacht, und zusammen liefern sie genau diesen DoomDeath-Sound, auf den alle stehen. Live kam das Ganze nochmal deutlich wuchtiger rüber als auf Platte. Der Sound war schön dreckig, fast schon erdig, und hat sich richtig in den Raum gelegt. Brandes hat das Set tight und druckvoll nach vorne geprügelt, ohne dabei steril zu wirken, während Butzke gleichzeitig Bass und Vocals übernommen hat, schön räudig, genau richtig für den Sound. Die Gitarren von Lehner haben diese schweren, schleppenden Riffs aufgebaut, die sich langsam, aber sicher festsetzen und eine richtig düstere Atmosphäre erzeugen. Ihr letzter Output aus 24 „Necrotic Flesh Bacteria“ hat durchweg positive Resonanzen gekriegt. Cryptic Brood muss man einfach öfters sehen, bis man die Übergänge von doomigen Parts zu schnellem Death verinnerlicht hat.

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