ARROGANZ + DEHUMAN REIGN (21.5.26)

Manchmal gibt es diese Abende, bei denen man schon beim Reinkommen merkt, dass sie eigentlich mehr Leute verdient hätten. So war es am 21. Mai in der Goldgrube, als Dehuman Reign und Arroganz auf dem Plan standen. Wenig Publikum, viel Platz – aber auch diese ganz eigene, fast intime Atmosphäre, die man sonst selten bekommt. Als Dehuman Reign loslegten, war sofort klar: Hier wird nichts aufgewärmt, das ist Vollkontakt ab der ersten Sekunde. Dieser trockene, wuchtige Gitarrensound hat mich direkt gepackt – nicht geschniegelt, nicht modern glattgebügelt, sondern genau so roh, wie Death Metal für mich klingen soll. Die Berliner haben letztes Jahr ihr drittes Studioalbum veröffentlicht „Dawn of a Malefic Dominion“. Das hatten sie natürlich mit im Gepäck und noch ein paar ältere Songs. Ich stehe sowieso immer vorne, und gerade dadurch hat man die Details gut mitbekommen: diese kleinen rhythmischen Verschiebungen in den Riffs, das tight gespielte Schlagzeug, das trotzdem nie steril wirkt. Es war laut, druckvoll und irgendwie „ehrlich“. Trotz der wenigen Leute wirkte die Band kein Stück lustlos. Im Gegenteil – fast so, als wollten sie beweisen, dass es völlig egal ist, wie viele vor der Bühne stehen. Vor mir ging dann auch recht schnell das Headbangen los, klein, aber intensiv. Es gab sogar noch eine Zugabe.

Als Arroganz später die Bühne betraten, hat sich die Stimmung spürbar verändert. Alles wurde langsamer, schwerer, dichter. Wo Dehuman Reign direkt draufgingen, haben Arroganz einen eher reingezogen. Ich hab mich dabei ertappt, wie ich weniger „aktiv“ war, sondern mehr einfach drinstand und mich vom Sound einnehmen ließ. Diese repetitiven Riffs, die sich langsam aufbauen, hatten fast etwas Hypnotisches. Und wenn dann plötzlich die Blastbeats einsetzen, reißt es einen wieder komplett raus. Der Sound war dreckiger, weniger klar definiert mit einem unglaublich guten Schlagzeugspiel. Es hatte mehr Gefühl, mehr Chaos, mehr Atmosphäre. Gerade die neuen Songs kamen live unglaublich schwer rüber, viel intensiver als erwartet – jedenfalls für mich. Diese Mischung aus Kontrolle und Kontrollverlust. Es wirkte stellenweise fast improvisiert, obwohl man weiß, dass es das nicht ist. Ich bin mit gemischten Gedanken rausgegangen. Einerseits war es schade zu sehen, wie leer der Laden war. So ein Billing hätte definitiv mehr Publikum verdient. Andererseits hatte genau das auch etwas Besonderes. Kein Gedränge, kein Stress – dafür Nähe zur Bühne, direkter Sound und das Gefühl, Teil von etwas zu sein, das nicht jeder mitbekommt.

Teile deine Liebe