Schon lange vor Einlass bildete sich eine Schlange vor der Goldgrube. Das Event war lange im Vorfeld ausverkauft. Viele Fans waren von weit angereist und nahmen geduldig das Warten in Kauf – Gespräche über vergangene Shows, Vorfreude auf das Line-up und diese besondere Mischung aus Kälte draußen und gespannter Erwartung machten schnell klar: Das hier war kein gewöhnlicher Konzertabend. Drinnen setzte sich diese Stimmung nahtlos fort. Kaum jemand verlor sich in belanglosem Gerede, stattdessen lag eine dichte, fast konzentrierte Ruhe im Raum. Als Antrisch schließlich die Bühne betraten, griff genau diese Atmosphäre. Ihr Sound – roh, melancholisch und zugleich weitläufig – entfaltete sich langsam und zog das Publikum unmittelbar hinein. Viele standen dicht an dicht vor der Bühne, bewegten sich im Takt, aber eher versunken als ausgelassen. Das aktuelle Album Expitition III :Renitenzpfad setzte nahtlos an die Reihe an. Druckvolle Riffs und ein treibendes Schlagzeug sorgten dafür, dass die Intensität spürbar zunahm. Die ersten Reihen wurden aktiver, Köpfe gingen im Rhythmus mit, doch die Energie blieb gebündelt. Der Sänger blickte starr in die Menge, tief versunken in die dargestellte Szenerie, verkörperte er die Tragik in Gestik und Gesang, den Mikrofinständer fest umschlungen. Beim letzten Song rastete die Menge völlig aus: FESTGEFROREN vom Vorgängeralbum. Gänsehaut beim Intro und packend beim Gesang. Was eine Band.


Als Non Est Deus die Bühne übernahmen, wurde es endgültig eindringlich. Ihr Auftritt wirkte geschlossen und beinahe ritualhaft – ein Eindruck, der sich noch verstärkte, als einige Fans in der ersten Reihe in ähnlichen Gewändern wie die Band erschienen und das einleitende Ritual zu Beginn der Show sichtbar mit zelebrierten. Diese Nähe zwischen Band und Publikum verlieh dem Moment eine besondere Intensität. Besonders „The Last Supper“ entwickelte live eine enorme Tiefe und Wucht, getragen von präzisem Spiel und einer klaren, kompromisslosen Präsenz. Die Band ließ der Musik Raum – und genau das machte den Moment so eindringlich. Das neue Album schlug ein wie eine Bombe: Blessing and Curses, davon gab es auch einige Songs. Auffällig über den gesamten Abend hinweg: die Aufmerksamkeit des Publikums. Kaum Ablenkung, kaum Unruhe – stattdessen ein fast kollektives Eintauchen in die Klangwelt der Band. Die Energie blieb im Raum, verdichtete sich und machte jedes Stück spürbar intensiver. Nach tosendem Jubel gab es noch eine Zugabe, die das Set abrundete. Am Ende verließen viele die Goldgrube erschöpft, verschwitzt, aber beeindruckt – nicht von Chaos oder Eskalation, sondern von einem Konzert, das durch seine Atmosphäre und Intensität nachhaltig wirkte.


