FOR VICTORY + GOREFUNEST + HNC (21.3.26)

Der Abend in der Goldgrube Kassel stand ganz im Zeichen von Death Metal, Nostalgie und einer spannenden Premiere. Den Auftakt machte die noch junge Band HNC, die erst 2025 im Rahmen eines „Agentenaustauschs“ zwischen Hannover und Kassel gegründet wurde. Stilistisch bewegten sie sich souverän zwischen klassischen und modernen Metal-Einflüssen, ohne dabei beliebig zu wirken. Für die Band war es der allererste Liveauftritt – eine echte Premiere, die man ihnen jedoch kaum anmerkte. Besonders auffällig: der Bassist, ein älterer Herr mit beeindruckender Bühnenpräsenz, der bereits mit den Scorpions gespielt hatte. Technisch solide und mit viel Gefühl legte er das Fundament für den Sound der Band. Ungewöhnlich war auch das Setup von Gitarrist und Drummer, die beide mit Over-Ear-Kopfhörern statt der üblichen In-Ear-Monitore spielten – ein seltener Anblick auf kleinen Clubbühnen, der aber offensichtlich gut funktionierte. Insgesamt ein starker Einstand, der neugierig auf mehr macht.

Als zweite Band betraten Gorefunest die Bühne und zündeten ein echtes Old-School-Feuerwerk. Als Tribute an die niederländischen Death-Metal-Pioniere Gorefest fingen sie den Spirit der frühen Jahre erstaunlich authentisch ein. Der Sound war roh, druckvoll und herrlich unpoliert – genau so, wie man es von klassischem Death Metal erwartet. Die Songs wirkten nicht wie bloße Kopien, sondern lebten von echter Leidenschaft und einem tiefen Verständnis für das Originalmaterial. Das Publikum taute spürbar auf. Gorefunest schafften es, dieses spezielle Gefühl der 90er-Death-Metal-Ära wieder aufleben zu lassen, ohne dabei altbacken zu wirken.

Den Höhepunkt des Abends lieferten schließlich For Victory, eine Tribute-Band zu den legendären Bolt Thrower. Wer sie bereits gesehen hatte, wusste, was zu erwarten war und wurde nicht enttäuscht. Vom ersten Ton an war klar, dass hier absolute Kenner am Werk sind. Besonders beeindruckend war das Schlagzeug: Die beiden Bassdrums waren perfekt aufeinander abgestimmt und erzeugten genau diesen wuchtigen, marschartigen Sound, der so stark an den verstorbenen Bolt-Thrower-Drummer Martin Kearns erinnerte. Diese Detailtreue zog sich durch den gesamten Auftritt – präzise, druckvoll und mit einer enormen Bühnenpräsenz. Die Band spielte mit einer Selbstverständlichkeit und Energie, die den Club endgültig zum Kochen brachte. Inzwischen hatte sich die Goldgrube auch ordentlich gefüllt, die Stimmung war auf ihrem Höhepunkt. Das Publikum feierte jede Nummer, und For Victory ließen sich nicht lange bitten: Gleich drei Zugaben rundeten den Abend ab.

 

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