KNIFE + WARRANT + TASKFORCE TOXICATOR (29.3.26)

Als ich die Goldgrube Kassel betreten habe, war direkt klar: Das wird kein entspannter Abend. Die Luft stickig, der Raum voll, die Leute heiß auf Thrash. Genau so muss das sein.

⚔️ Taskforce Toxicator – perfekter Einstieg

Den Anfang machten Taskforce Toxicator aus Münster. Mit ihrem Debütalbum „Laser Samurai“ zündeten sie live das Feuer des Clubs an. Die Band hat direkt Druck gemacht, schnell, präzise und ohne lange Vorrede. Auch auf der Bühne waren sie ständig in Bewegung, haben sich gegenseitig angepeitscht und die Energie sofort ins Publikum übertragen. Man hat gemerkt, dass die richtig Bock hatten – kein statisches Runterspielen, sondern ein lebendiger, hungriger Auftritt. Richtig gefeiert habe ich den Moment bei „Laser Samurai“: Auf einmal wurden aufblasbare Schwerter ins Publikum geworfen, und der Pit ist komplett eskaliert. Überall Leute, die sich mit diesen Dingern duellieren, während die Band weiter durchzieht – irgendwie völlig drüber, aber genau deshalb hat es so gut funktioniert. Für mich ein richtig starker Opener, der die Stimmung sofort nach oben gezogen hat.

 

🪓 Warrant – Gänsehaut und Oldschool-Power

Bei Warrant wurde es dann spürbar ernster. Allein schon zu wissen, dass die Band seit 1983 existiert, gibt dem Ganzen ein anderes Gewicht. Gegründet von Jörg Juraschek und Thomas Klein, und dann die Geschichte mit der Trennung und Wiedervereinigung – das schwingt einfach mit. Der Sänger hat auch kurz innegehalten und an Thomas Klein erinnert, der letztes Jahr verstorben ist. Das war ein ruhiger Moment, der echt hängen geblieben ist. Musikalisch ging es dann aber direkt wieder nach vorne. Besonders stark fand ich die Songs von „The Enforcer“. Und als dann diese Kapuzengestalt mit Beil – der Enforcer – auf der Bühne auftauchte, hatte das schon was Düsteres und fast schon Bedrohliches. In der aktuellen Besetzung standen neben Juraschek auch Michael Dietz und Adrian Weiss an den Gitarren sowie Marius Lamm am Schlagzeug auf der Bühne. Gerade Lamm ist mir extrem aufgefallen: Er hat ein kurzes, aber richtig fettes Drumsolo hingelegt, das perfekt in den Set eingebaut war und vom Publikum entsprechend gefeiert wurde. Auch die neueren Sachen wie „Metal Bridge“ und „The Speed of Metal“ haben sich richtig gut eingefügt. Für mich war das kein Nostalgie-Auftritt, sondern einfach ehrlicher, harter Thrash, der auch heute noch funktioniert.

⚡️Knife – kompletter Abriss

Als dann Knife auf die Bühne kamen, war eigentlich sofort klar: Jetzt gibt’s keine Pause mehr. Die Band hat einfach durchgezogen. Keine langen Ansagen, kein Gelaber – nur kurz den nächsten Song angekündigt und weiter. Genau mein Ding. Sänger Vince Nihil hat das Ganze perfekt angeführt, während Gypsy Danger, Laz und Ferli Coltello einfach alles niedergewalzt haben. Man hat auch gemerkt, wie stark ihr Material ist – schon das Debütalbum „Knife“ von 2021 hat ordentlich eingeschlagen, und mit dem Nachfolger „Heaven Into Dust“ (2023) haben sie nochmal nachgelegt. Richtig hängen geblieben ist bei mir „With Torches They March“ – nicht nur musikalisch stark, sondern auch mit klarer Aussage. Das hat man auch im Publikum gemerkt. Was ich besonders gefeiert habe: Die haben einfach ohne Zugabe aufgehört. Kein „Wir kommen nochmal raus“, kein künstliches Verlängern – einfach Set gespielt, alles zerstört und Schluss. Und mein persönliches Highlight: Ich habe tatsächlich die Setlist direkt vom Sänger bekommen. Besser kann man so einen Gig echt nicht mitnehmen.

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