VÆNTIS + ARTEMIS RISING + DISHONOR (9.01.26)

Der Abend begann ungewohnt früh. Das Konzert startete rund eine halbe Stunde eher als angekündigt, sodass ich den Club betrat, während bereits die erste Band auf der Bühne stand. Kein langsames Ankommen, kein Aufwärmen – der Metalcore-Abend war sofort präsent.

Dishonor eröffneten den Abend und lieferten einen direkten, schnörkellosen Einstieg. Der Sound war roh, druckvoll und auf den Punkt. Man merkte, dass sie sich nicht lange mit Nebensächlichkeiten aufhalten wollten, sondern den Fokus klar auf Energie und Härte legten. Ein solider Opener, der die Richtung für den weiteren Abend vorgab.

Im Anschluss übernahmen Artemis Rising. Musikalisch bewegten sie sich im Electro-Core-Bereich, was für meinen Geschmack stellenweise etwas zu technolastig ausfiel. Die elektronischen Elemente nahmen viel Raum ein und drängten die Gitarren teilweise in den Hintergrund. Dafür überzeugte der Sänger mit starkem Screaming und intensivem Shouting, ständig in Bewegung und mit klarer Ansprache ans Publikum. An Einsatz und Bühnenpräsenz ließ sich nichts aussetzen.

Der Auftritt von Vaentis setzte anschließend ein deutliches Ausrufezeichen. Früher noch als Neverland In Ashes unterwegs, präsentierten sie sich mit neuem Namen und vor allem mit einem zweiten Sänger. Diese Veränderung zahlte sich spürbar aus: Die beiden Stimmen ergänzten sich hervorragend und sorgten für deutlich mehr Dynamik innerhalb der Songs. Wechsel zwischen Screams, Shouts und melodischeren Passagen wirkten flüssig und kraftvoll, ohne konstruiert zu sein. Auch instrumental zeigte sich die Band extrem tight. Die Riffs kamen druckvoll, das Schlagzeug trieb kompromisslos nach vorne, und der Bass sorgte für spürbares Fundament im Club. Die neuen Arrangements wirkten reifer und gleichzeitig aggressiver, was sich unmittelbar auf die Stimmung im Publikum übertrug. Moshpits, Bewegung und laute Reaktionen ließen nicht lange auf sich warten. Vaentis kontrollierten die Bühne vom ersten bis zum letzten Song und machten klar, dass sie aktuell in einer sehr starken Phase stecken. Ich konnte mir noch eine Setlist sichern, die zuhause mit einem alten Plektron nun zur Erinnerung an der Wand hängt.

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